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ÜBER MICH

Meine Schulzeit verlief ziemlich turbulent. Ich war eine wissbegierige, interessierte, bisweilen aber auch aufsässige Schülerin. So wurden meine Eltern mit dem einen oder anderen “blauen Brief” beglückt. Für Sprachen konnte ich mich begeistern und für die musischen Fächer, Musik und Kunst waren meine Welt. Da erhielt ich Lob und Anerkennung von den meisten Lehrern. Meine Mathelehrer waren da ganz anderer Meinung. Ich war eine absolute Niete im Rechnen. Da half kein stunden- wochen- und monatelanges Lernen. Meine 5 oder 6 hatte ich da immer sicher. Von Dyskalkulie hatte man zu der Zeit wohl noch nie etwas gehört.

Mein Realschulabschluss war akzeptabel. Damit konnte ich eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin beginnen. Die Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Menschen schien für mich das Richtige zu sein. Nach der Heilerzieherhelfer-Prüfung entschied ich mich allerdings nach Amerika zu gehen. Ich wollte die weite Welt kennen lernen und verschiedene glückliche Umstände brachten mich schließlich dort hin.

Wieder andere Umstände brachten mich zwei Jahre später wieder zurück. Um etliche schöne einige weniger schöne Erfahrungen reicher, jobbte ich hier und da, bis ich mich entschied noch mal die Schulbank zu drücken. Nach dem Fachabitur an der Fachhochschule begann ich ein Studium der Sozialarbeit. Familientherapie und Psychologie interessierten mich am meisten. Ausflüge in die Pädagogik unternahm ich auf eigene Faust, da sie im Regelstudium wenig Aufmerksamkeit fand. Nach bestandenem Abschluss ging ich ein Jahr lang nach Wuppertal. Das Anerkennungsjahr dort verbrachte ich im Sozial- und Jugendamt und im ASD, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, wo Bezirksarbeit gefordert war. Dort lernte ich die extremen Unterschiede dieser unserer Gesellschaft hautnah kennen. Menschen auf der untersten sozialen Stufe, arbeitslose Alkoholiker, einsame, alleingelassene alte Menschen, verzweifelte alleinerziehende Mütter mit leeren Kühlschränken, sexuell missbrauchte Kinder. Eine harte Zeit, die mir sehr zu schaffen machte.

Das Diplom schließlich in der Tasche, konnte ich mich nicht entschließen, das Angebot der Stadt Wuppertal anzunehmen, die Stelle im ASD zu übernehmen. Ich zweifelte sehr, ob ich das, was ich da gesehen hatte, wirklich ein Leben lang als Beruf machen wollte.

Das Schicksal meinte es wohl gut mit mir, denn durch damalige Freunde und Bekannte bekam ich im entscheidenden Moment Kontakt zum Institut für Legasthenie in Bochum/Dortmund **. So begann ich 1990 mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, die durch eine Legasthenie oder Lese-Rechtschreibschwäche einer außerschulischen Förderung bedurften.

Außerdem habe ich im Laufe der Jahre mit ein paar wenigen Erwachsenen gearbeitet, deren Lese-Rechtschreibschwierigkeiten während ihrer Schulzeit nie Beachtung gefunden hatten und somit nie behandelt worden waren.

Zum Konzept, mit dem ich aus Überzeugung arbeite, erfahren Sie mehr unter Lesen + Schreiben anders lernen.

** heute = “gutschrift”, Institut zum Aufbau von Lese-und Schreibkompetenz, Kinderzentrum für Entwicklungs- und Lerntherapie

 
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